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Leuchtende Nachtwolken

Leuchtende Nachtwolken, NLCs, noctilucent clouds, sind eine in unserer Region recht seltene Erscheinung, die den meisten hiesigen Beobachtern zuerst gar nicht auffallen dürfte. Denn hier stehen die NLCs meist tief und sind nicht sehr stark, sofern sie überhaupt zu sehen sind. Doch hat man einmal das Glück sie bewusst zu erleben läßt es einen nicht mehr los …

Zahlreiche Infos habe ich von Stefan Krauses wunderbarer NLC Seite übernommen, die ich gerne jedem NLC-Interessierten ans Herz legen möchte.

Was sieht man?

NLCs des Typ II (Streifen) im Juni 2019 von Oberbillig aus fotografiert Richtung Luxemburg

Obwohl es noch (oder schon) recht dunkel ist sieht man am nur noch sehr schwach und horizontnah leuchtenden Himmel unnatürlich hellweiß erstrahlende, feine Strukturen, die an filigrane Zirrenfelder erinnern. Betrachtet man diese eingehender und dunkeladaptiert, und stehen eventuell weitere Wolken am Himmel, dann fällt der Unterschied zu normalen Wolken deutlich ins Auge. Diese erscheinen im Gegensatz dazu nur dunkelgrau bis schwarz, je nach Beleuchtung durch erdgebundene Lichtquellen (zB Stadt). Die Helligkeit der NLCs kann von kaum wahrnehmbar bis sehr auffällig hell reichen und sich theoretisch über weite Teile des Himmels erstrecken, was allerdings bei uns in der Region um Trier eher unwahrscheinlich ist. Es gibt verschiedene Formen wie Streifen, Bänder, Wellen, Wirbel oder Vorhänge.

Fein gegliederte Strukturen beim “Jahrhundertdisplay” im Juni 2019, über Wasserbillig

Wie entstehen NLCs?

Der Begriff “Wolken” ist eigentlich falsch, denn es handelt sich hier tatsächlich wohl um Eiskristalle, die in der Mesopause zwischen ca. 80-85km Höhe entstehen. Diese werden von der knapp unter dem Horizont stehenden Sonne von hinten durchschienen.

2007 wurde zur näheren Untersuchung der eisbedingten Atmosphärenphänomene ein eigener NASA Satellit (AIM) gestartet, da die genauen Zusammenhänge noch unklar sind. Im Artikel auf Wikipedia werden die bisherigen Erkenntnisse gut erklärt.

Schwache, durch Wolken teilweise verdeckte NLCs im Juni 2019 über Trier (visuell 1, kurz 2)

Wann sieht man NLCs?

Der Zeitraum, in dem NLCs überhaupt aus DE heraus gesichtet wurden reicht von 21. Mai bis 18. August (Quelle s.o.), wobei die besten Chancen ab Mitte Juni bis etwa Mitte Juli bestehen.

Grundsätzlich sind NLCs nur in der Dämmerung vor Sonnenaufgang oder nach Sonnenuntergang zu sehen, jeweils im Zeitraum, bei dem die Sonne zwischen 6-16° unter dem Horizont steht, was etwa dem Zeitraum von 1 bis 2 Stunden vor Sonnenauf- bzw. nach -untergang entspricht.

Das bisher mit Abstand beeindruckendste Display unserer Region, am 21.6.2019, von Oberbillig Richtung Wasserbillig/Lux fotografiert. Man beachte die Spiegelung in der Mosel …

Wo sieht man NLCs?

Am Besten sind diese von mittleren 50er Breitengraden aus zu sehen, je weiter südlich man steht, umso schlechter stehen die Chancen. NLC Sichtungen von Breitengraden unter 50° aus sind eher selten.

Da diese in nördlicheren Breiten auftreten sind diese von uns aus praktisch immer zwischen NW bis NO zu sehen. Je nach Breitengrad bestehen bessere oder schlechtere Chancen auf höherstehende NLCs. Am 50. Breitengrad reichen diese selten über 20°, sofern man sie überhaupt sieht.

Bei den sehr späten NLC Erscheinungen geht meist die Farbe zumindest visuell verloren. Auf einem Foto sieht man dennoch weiterhin die Farbunterschiede, daher habe ich das Bild in der Farbgebung angepasst auf den wahrgenommenen Effekt.

Wie plane ich eine Beobachtung?

Es gibt eine Warnliste sowie Forum des Arbeitskreis Meteore e.V. https://www.meteoros.de/themen/nlc/, wo aktuelle Beobachtungen gepostet werden. Wichtig ist hier zu verstehen, daß dies keine Sicherheit bietet, und oft eine sehr geringe Vorwarnzeit, falls überhaupt. Auch die Vorwarnsysteme über MAARSY oder OSWIN sind nur eine grobe Indikation. Daher empfehle ich grundsätzlich im Juni und Juli bei wolkenfreiem Nordhimmel Ausschau zu halten. Gerade bei uns ist meiner bisherigen Erfahrung nach die Anzeige über OSWIN nur eine sehr grobe Indikation. Konkret wird man sehr viele “false positives” erleben, d.h. OSWIN zeigt Echos an, doch es sind bei uns keine NLCs zu sehen. Dies erkläre ich mir durch den Standort (OSWIN steht in Kühlungsborn bei Rostock). Den umgekehrten Fall habe ich bisher noch nicht erlebt.

NLCs über Igel an der Mosel, im Sommer 2014

Wie fotografiere ich NLCs?

Mit dem Handy wird es schwer sein gute NLC Fotos zu erhalten, da diese meist recht lichtschwach sind und lange Belichtungszeiten erfordern. Daher ist in jedem Fall ein Stativ plus DSLR geboten. Je nach Helligkeit sollte die Empfindlichkeit (ISO) möglichst niedrig gehalten werden, um die Strukturen bei geringerem Rauschen besser herausarbeiten zu können. Die Brennweite muß abhängig von der Größe der Erscheinung gewählt werden, meist dürfte diese sich zwischen 50-200mm am KB-Vollformat bewegen. Die Blende möglichst offen, wobei ein leichtes Abblenden zur Reduktion der Einflüsse optischer Fehler (Koma, Aberration, Vignettierung, …) empfehlenswert ist. Dies ist sehr objektivabhängig, pauschal würde ich zumindest 1-2 Blendenstufen empfehlen.

Achtung, da sich NLCs (langsam) verändern und Sterne scheinbar bewegen ist es wichtig, die sich nun ergebenden Belichtungszeit niedrig zu halten. Hier muss ein gutes Mittelmaß gefunden werden. Die 500er Regel ist ein grober Anhaltspunkt: 500/Brennweite in mm = Belichtungszeit in s. Da sich die Sterne im Norden weniger stark bewegen wie in der Nähe des Himmelsäquators dürfte dies meist ausreichen.

Ein hell leuchtender Bogen, aufgenommen am 22.6.2019

Der Fokus sollte manuell gesetzt werden, auch wenn die Kamera noch fokussiert ist sie vermutlich im Grenzbereich. Hierzu aktiviert man das Display, sucht eine weit entfernte, punktförmige Lichtquelle (idealerweise ein Stern) und stellt das Hauptbild scharf. Dann zoomt man auf den Stern und dreht nach. Dies macht man bis zu einer hohen Zoomstufe iterativ.

Um Verwickelungen durch Spiegelschlag auszuschliessen setzt man die Kamera auf Spiegelvorauslösung. Außerdem bietet sich entweder die Auslösung über eine Fernsteuerung oder alternativ mittels des eingebauten Timers an.

Checkliste:

  • Ist das Foto Scharf? (Sterne punktförmig)
  • Belichtungszeit ok? (keine/minimale Strichspuren)
  • Empfindlichkeit? (möglichst niedrig)
  • Histogramm? (keine Tonwertabrisse vor allem links)
  • Keine Verwicklungen? (Spiegelschlag, Stativaufstellung, Timer/Fern)
Nachts um halb vier vom Garten aus fotografiert im Sommer 2016 …

Was tue ich danach?

Bitte unbedingt die Beobachtung melden. Und wenn ihr Eure Fotos veröffentlicht, dann schickt mir ne kurze Info, ich freue mich immer über solche Beobachtungen aus der Region.

Viel Erfolg!

Wellenförmige NLCs, fotografiert am 21.6.2019 über Luxemburg
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Neu: Fotokurse!

Rochuskapelle bei Oberbillig

Ich freue mich, Euch in Zusammenarbeit mit regionalen Volkshochschulen spezialisierte Fotokurse anbieten zu können. Los geht es im Herbst 2019 mit Landschaftsfotografie.

Dieser Kurs baut auf den an der VHS angebotenen Grundlagenkursen auf und stellt ein weiterführendes Angebot dar, um die dort gemachten Kenntnisse zu vertiefen und perfektionieren. In jedem Fall sind Grundkenntnisse und erste Erfahrungen wünschenswert.

Aarley bei Üdersdorf

Die genauen Termine werden noch bekanntgegeben und dann auch hier verlinkt. Die Anmeldung wird direkt über die VHS erfolgen.


Ich würde mich freuen Dich zu sehen …

Falls Ihr Fragen, Wünsche oder Vorschläge dazu habt könnt Ihr Euch gerne direkt an mich wenden.

Landschaften lassen sich am Besten bei besonderen Lichtstimmungen um den Sonnenaufgang und Sonnenuntergang herum in Szene setzen:

Geisberg bei Schoden
Oberbillig an der Mosel
Kulturlandschaft bei Daun

Eine tief stehende Sonne kann man auch nutzen, um Vordergrundobjekte kontrastreich in Szene zu setzen:

Baumreihe
Freistehender Baum im ersten Licht des Tages

Für viele Situationen benötigt es Vorwissen und perfekte Planung, um auch zur richtigen Zeit am richtigen Ort zu sein:

Totale Mondfinsternis über der Saarburg
Gefrorene Kalktuffquelle im Müllerthal Luxemburg
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Fotogene Füchse

Portrait des jüngsten Fuchses aus dem Wurf, der auf einer Wiese nach Nahrung sucht

Vor kurzem hatte ich die wundervolle Chance, eine Fuchsfamilie beim Aufwachsen zu beobachten. Oft ergibt sich so etwas ja ganz spontan und unerwartet, so auch in diesem Fall. Ein Freund, nennen wir ihn „IM Reinecke“ berichtete über “füchsische” Aktivitäten in der Nähe seines Hauses. Nunja, auch bei uns hinterm Haus sehe und höre ich regelmäßig Füchse, und ich bin mir sicher, dass sie einen Bau in der Nähe haben. Aber es ist mir noch nicht gelungen sie angemessen (=störungsfrei) zu finden oder gar zu beobachten. Doch hier erlaubte die Situation eine Beobachtung, die vermutlich recht nah am Bau ist, aber dennoch keinerlei Störung bedeutet. Dies ergibt sich aus folgender Konstellation: Die beobachtete Fläche und Beobachtungsposition ist in einem bewohnten Bereich, und die Füchse entscheiden selbst über Annäherung. Der Fuchsbau befindet sich vermutlich direkt daneben irgendwo in einem Gestrüpp. Somit kann man aus dem bewohnten Bereich heraus beobachten ohne zusätzliche Störwirkung, denn sie sind den Trubel dort offensichtlich gewöhnt. Die Füchse behalten also ihre „Privatsphäre“ und wählen stets selbst, ob, wann und wie sie in Erscheinung treten. Durch fotografische Aktivitäten würde es sogar eher ruhiger werden, um die Sichtungschance zu erhöhen. Und falls sie sich dennoch gestört fühlen sollten (was übrigens nicht passiert ist), wären sie innerhalb von Sekunden im geschützten Bau. Wir hatten ein Projekt!

Einer der drei anderen Jungfüchse “unserer” Fuchsfamilie

„IM Reinecke” und Familie leisteten hervorragende Vorarbeit, nicht nur beim improvisierten Bau eines kleinen Sichtschutzes, sondern auch beim Auskundschaften und Catering! Schon bald erhielt ich tägliche Statusberichte über die füchsischen Aktivitäten, die teilweise sogar aus dem Haus heraus beobachtet werden konnten. Über mehrere Wochen verteilt saß ich also immer wieder geduldig dort und wartete auf „Action“. Mit steigender Anzahl an Sichtungen stieg selbstverständlich auch der Anspruch an die Fotos, so daß diese bald schon hohen Standards genügten.

Ich glaube das ist Nummer 3 von 4. Weiß er, dass ich da bin?

Ich verfügte bisher über genau das gesunde Allgemeinwissen, welches so ziemlich jeder haben dürfte, und merkte schon bald, dass dieses Projekt einiges zu meinem besseren Verständnis der Lebensherausforderungen für eine Fuchsfamilie beiträgt, und vor allem mit ein paar Allgemeinplätzen aufräumt. So konnte ich unter anderem mehrfach beobachten, dass obwohl sich die Füchse offensichtlich mit der Nähe zur Zivilisation arrangieren, dies dennoch einen gewissen Stress bedeutet. Während weiter entfernt bellende Hunde kaum eine Reaktion auslösten reagierten sie oft auf Hunde in direktem Umfeld, und auch die Hunde scheinen mehrfach die Füchse wahrgenommen und mindestens einmal auch verfolgt zu haben. Auch im Interesse der Hunde selbst müssen diese an solchen Stellen und zu Brutzeiten ausnahmslos an der Leine geführt werden. Auch zum eigenen Schutz, denn ein Hund, der Fuchseltern konfrontiert wird wohl kaum freundlich empfangen.

Unsere Füchse beobachten stets aufmerksam die Umgebung. Hier dreht er sich nach einer auffliegenden Amsel um, die man im Hintergrund rechts oben erkennt.

Eine andere Herausforderung besteht offensichtlich auch hier in der Nahrungsbeschaffung. Die Fähe kümmert sich sehr aufopferungsvoll um den Nachwuchs, und solange sie von ihr gesäugt werden sind die Welpen abhängig von ihr. Kommt sie um, zum Beispiel wie so oft im Straßenverkehr, dann sterben auch die Kleinen. Der Vater kann und wird dies erst auffangen, sobald die Kids schon selbst fressen. Gerade in dieser Zeit fallen mir jedes Jahr vermehrt Füchse auf, die ich z.B. auf dem Arbeitsweg, im Umfeld unseres Hauses, oder auch dieses Jahr schon mehrfach wieder im Ort gesehen habe. Es scheint so, als ob die Aufzucht sehr viel Energie erfordert, der die Eltern zu jeder Zeit hinaustreibt zur Nahrungssuche. Entsprechend gezeichnet erscheint mir die Fähe auf den seltenen Fotos, wo sie zu sehen war.

Die Fähe kümmert sich aufopferungsvoll …
… wofür sie der Nachwuchs vergöttert …

Ab und zu kamen die Jungen zum Spielen auf die Wiese. Meist ging die Aktion vom Kleinsten aus. Insgesamt konnten wir vier Stück zählen. Die Erwachsenen passten manchmal dabei (meist verborgen in der Nähe) auf, waren zunehmend selten und oft auch gar nicht zu sehen. Überhaupt war der Kleinste auch der Mutigste und Neugierigste im Wurf. Er tollte meist recht unbedarft über die Wiese, stöberte am ausgiebigsten herum, und kam mehrfach recht nah zu mir. In der ersten Version dieses Beitrags schrieb ich hier noch, dass er nie hinter den Schutz kam. Doch das stimmt seit kurzem nicht mehr, wie diese sehr spontanen Handyfotos aus 1m Entfernung belegen. Er nährte sich respektvoll aber nicht ängstlich, kam mehrfach und rannte selbst als er mich sah nicht weg.

Huch, da liegt ja ein Spanner!
Achso, nur ein harmloser Fotograf …

Zu seinen eigenen Schutz gab ich ihm keinen weiteren Grund Vertrauen zu fassen, auch wenn die Versuchung groß ist, sondern verhielt mich komplett ruhig und passiv. Nachdem er entschied, dass man mich nicht essen kann trottete er uninteressiert weiter herum. Unser “Mini” war ganz klar der Fotostar dieser Fuchsfamilie, wie man auch auf den folgenden Fotos sehen kann.

Mmmh, der Ginster riecht aber interessant …

Alle Details, die ich erfahren und gelernt habe kann ich hier kaum wiedergeben ohne ein Buch zu schreiben, daher möchte ich Euch die Seite http://fuechse.info empfehlen, wo es zahlreiche weitere Informationen gibt.

Irgendwann, wenn ich mal groß bin, dann komme ich auch ran …

Wenn man freilebende Tiere vernünftig fotografieren möchte kommt man grundsätzlich nicht umhin, dies zu planen und vorzubereiten. Dies ist umso schwieriger und wichtiger, je scheuer und seltener die Tiere sind. Hierbei gilt es einiges zu beachten. An unserem Standort konnten wir, wie bereits erklärt, sicherstellen, daß wir keine Störungen verursachen. Sobald dies gegeben ist möchte man natürlich eine optimale Fotosituation herstellen. Der Fuchs sollte sich hierzu idealerweise in perfektem Licht und passender Entfernung für die verwendete Brennweite befinden.

Auf Nahrungssuche …
Hat wohl nicht geschmeckt …

Sehr hilfreich ist es auch die Verhaltensweisen der Tiere besser zu verstehen. Ich unterteile hier in Mikro- und Makroverhalten. Unter Makroverhalten verstehe ich die Kenntnis über z.B. grundsätzliche Bewegungsmuster, Aktivitätszeiten, usw. Dieses erhält man am ehesten aus Büchern und Berichten. Unter Mikroverhalten verstehe ich eher all die kleinen Dinge, die man wahrnehmen muss, um das perfekte Foto zu schießen. Dazu gehört zum Beispiel vorauszuahnen, wann ein ständig auf dem Boden schnüffelnder Fuchs mal den Kopf heben könnte, oder auch die spezifischen Verhaltensmuster, Aussehen usw. von einzelnen Exemplaren, die auch der Unterscheidung dienen könnten. Dies erhält man am ehesten aus Beobachtung/Erfahrung.

Spät am Abend (und leider daher bei schlechtem Licht) war ausgiebiges Spielen angesagt
Während zwei sich balgen schaut der Dritte interessiert zu …

Wir wussten zum Beispiel, dass die Füchse gerne abends zum Spielen auf die Wiese kommen, und dass sich im hinteren Bereich anscheinend ein oft genutzter Weg zum Bau befindet. Auf der Wiese sah man sie immer wieder auf Nahrungssuche herumstreifen. Es war also nur eine Frage der Tarnung und Geduld bis zum Foto.

Das hohe Gras bietet einen guten Schutz …

Tarntechnisch war es einerseits wichtig, dass die Füchse sich an den improvisierten Sichtschutz gewöhnen konnten. Dies geschah schneller als erwartet, haben sie doch bereits am ersten Abend nach dem Aufbau noch das Umfeld sowohl davor wie auch dahinter erkundet, wie wir aus der Ferne beobachten konnten. Außerdem bemühte ich mich möglichst bei mir entgegenwehendem Wind “anzusitzen”.

Nach einem Versteckspiel …
… siegt am Ende doch die Neugier …

Fototechnisch galt es einiges zu beachten. Details meiner Kameraeinstellungen werde ich wohl mal eingehender in einem separaten Post verarbeiten, hier daher nur soviel: Ich fotografiere in solchen Situationen fast immer im Av Modus (Blendenwahl). Die ISO Automatik in Verbindung mit einer Mindestbelichtungszeit hilft mir diese bei üblicherweise offener Blende entsprechend unter einem vorgegebenen Minimum zu halten (nicht jede Kamera hat diese Funktion). Da hier ein naher Abstand erzielt werden konnte fiel die Wahl natürlich auf KB-Vollformat, womit eine bessere Rauschreduktion, Kontrast, Schärfe und Freistellung erzielt werden können. Um den Fokus optimal auf das Auge richten zu können arbeite ich in solchen Situationen meist nur mit einem einzigen Fokuspunkt. Außerdem nutze ich überwiegend eine Einstellung, die sich “Back Button Focus” nennt und Fokussierung und Belichtungsmessung voneinander trennt.

Zwei Racker bei der Arbeit …

Zuerst fotografierte ich wie meist sonst auch erst mal mit Telekonverter. Als ich erste Fotos im Kasten hatte und mir den Luxus erlauben konnte auf perfekte Situationen zu warten nahm ich ihn ab. Sobald das Licht abnimmt natürlich auch. Fast alle Fotos hier sind mit einem 500mm f/4 entstanden.

Unser Nesthäkchen ist ein echter Fotostar!

Das Licht spielt dabei natürlich eine sehr große Rolle, hier stand die Sonne Abends etwas seitlich links, so daß ich eine schöne Ausleuchtung auch im Fell und Gesicht erzielen konnte. Man möchte kein direktes, hartes Sonnenlicht sondern eher ein weiches Abendlicht, möglichst ganz leicht z.B. von ganz leichten Wolken gestreut und mit warm-hellen Lichtakzenten im Bild. Dass die Füchse sich vor allem Abends zeigten war optimal. Um eine schöne Freistellung zu erreichen war es außerdem wichtig etwas Abstand zum Hintergrund zu erhalten. Die Lichtstimmung war am Besten, wenn die Sonne die dahinter stehenden Bäume in Unschärfe ausleuchtete, doch dies war nicht immer möglich, so dass der Fuchs auf manchen Fotos vor einer für mein Gefühl etwas zu dunklen Fläche freigestellt ist. Doch auch hier können sich interessante Lichtstimmungen und Fotos mit einem anderen Charakter ergeben. Eine bodennahe Position mit ungemähtem Rasen ergibt dann noch eine schöne, verträumte Unschärfe im Vordergrund, auch wenn es auf Dauer doch ordentlich auf den Bewegungsapparat geht, aber für schöne Fotos muß man eben manchmal etwas leiden.

Abendliches Spielen auf der Wiese
Hey, liegt der Typ da etwa immer noch rum?

Ich konnte einmal mehr erleben, wie wunderbar es ist wildlebende Tiere zu beobachten und dabei etwas über ihr Leben und ihre Herausforderungen zu erfahren. Umso unverständlicher und problematischer erscheint mir der Einfluss, den wir auf Füchse ausüben. Sie stellen keinerlei Gefahr für uns dar. Es ist wissenschaftlich nachgewiesen, dass Jäger-Beute Beziehungen sich selbst regeln. Sie tragen einen wichtigen Teil zur Stabilität des Ökosystems bei. Und dennoch werden jedes Jahr weit über eine halbe Million Füchse allein in Deutschland erschossen, und es gibt nicht einmal eine Schonzeit!  Selbst die säugende Fähe darf geschossen werden, wenn vorher die Jungtiere getötet werden. Doch die Argumente der Jagdbefürworter laufen auch praktisch nachweisbar ins Leere: So hat unser Nachbarland Luxemburg das dort seit ein paar Jahren gültige, absolute Jagdverbot nun nach sehr positiven Ergebnissen in den unterschiedlichsten Bereichen erneut verlängert. Es gab u.a. weder eine Zunahme des Fuchsbandwurms noch trat der befürchtete und oft beschworene Reduktionseffekt auf Beutepopulationen ein. Leider wissen „unsere“ Füchse nichts von Ländergrenzen und Regulierungen, sonst wären sie wohl schon längst ausgewandert.

Erwähnte ich bereits, wie fotogen der Kleine ist? 🙂

Meine Beobachtung ist mittlerweile beendet. Weitere Fotos werden in meinem Foto-Feed auf Facebook sporadisch auftauchen. Und mit etwas Glück kann ich dieses Projekt nächstes Jahr noch einmal wiederholen.

Ich hoffe von ganzem Herzen, dass uns „unsere“ Fuchsfamilie noch lange erhalten bleiben wird und auch die Nachwuchsgenerationen die Herausforderungen meistern werden.

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Island mit Kinderaugen

Die Fotografie von Polarlichtern erfordert viel Aufwand, Geduld, Frustrationstoleranz und ein gewisses Maß fotografischer Kenntnis, Erfahrung sowie Ausrüstung.

Der erste Anblick des Polarlichts war einer der bewegendsten Momente in meinem Leben, den ich wohl nie vergessen werde. Mit Marc (wie ich Hobbyfotograf, Bergsteiger und -damals- Auroranovize) bin ich für dieses Erlebnis nach Island geflogen, mitten in den „Aurora Belt“, wo die Wahrscheinlichkeit für eine Sichtung innerhalb einer Woche bei nahezu 100% liegt. Wir schleppen nicht nur die normale Ausrüstung, sondern viele Fotosachen mit, was uns hart ans Gewichtslimit der Airline bringt. Fotografen ist man hier gewöhnt, denn einige machen sich nun auf den Weg: Die in der dunkleren Jahreshälfte flach stehende Sonne taucht die einmalig schöne Landschaft nun besonders lange in ein goldenes Licht. Und die tiefschwarzen Nächte gelten der Aurorajagd. Wir bewegen uns vom Flughafen bei Keflavik aus auf der Ringstraße. Mehr Offroad trauen wir uns im Winter nicht, denn Island stellt sich uns gleich nach der Landung persönlich vor: Eine Viertelstunde im Schneegestöber folgt übergangslos auf eine Viertelstunde schönsten Sonnenschein. Kurz danach regnet es in Strömen, dann wieder Sonne und peitschender Wind, der bald darauf starken Hagel mit sich bringt. „If you don’t like the weather in Iceland, just wait 5 minutes“ steht auf den überall feilgebotenen T-Shirts. Stimmt.

Ein starkes Polarlicht kann sehr bunt sein, auch visuell. Dieses hier habe ich in der Nähe von Grundarfjördur nachts um 3h aufgenommen. Nachdem es zuerst ruhig war kippte plötzlich jemand einen Eimer Farbe aus und die Nacht war buchstäblich im Eimer.

Unterwegs bieten sich unerwartete Kontraste zwischen endlosen Lavafeldern und Sandern, Gletscherabbrüchen und deren Lagunen, bizarren Felsformationen und vieles mehr. Das alles vermittelt uns den meditativen, rauen Charakter Islands, der nur schwer in Worte zu fassen ist. Zeit ist ein wertvolles Gut, hier wird uns das umso mehr bewusst. Geologische Zeiträume bemessen sich in Jahrtausenden und Jahrmillionen, und so wirkt auch Island wie für die Ewigkeit gemacht. Dennoch verändert der Vulkanismus hier manchmal die Landschaft rapide und überbrückt damit Raum und Zeit auf eine Art, wie man es nur an sehr wenigen Orten auf der Erde erfahren kann.

Links unten, der kleine rote Punkt, das ist die Kamera-LED von meinem Fotokumpel Marc, der sich wie immer ins Bild “drängte” 🙂 In diesem Fall passte das ganz wunderbar, um die Ausmaße des hier sehr hellen Polarlichts zeigen zu können, welches sogar den Vollmond im Hintergrund überstrahlte.

Das Abendessen genießen wir früh in einem Restaurant mit WLAN, während wir mit steigender Anspannung die Sichtungswahrscheinlichkeit im Internet recherchieren. Der isländische Wetterdienst vedur.is bietet nicht nur präzise Vorhersagen, sondern auch Wolkenbedeckungskarten. Anfangs erscheint uns das nebensächlich, doch bei dem rasend schnell wechselnden Wetter erfahren wir bald leidvoll, dass diese noch wichtiger sind. Denn Polarlichter gibt es zu dieser Jahreszeit fast jede Nacht. Nur sehen muss man sie können.

Die vulkanische Aktivität ist auf Island allgegenwärtig in Form von zahlreichen Erscheinungen, hier dem eingefallenen Vulkankegel Hverfjall am Myvatn-See.

Bis Stufe 2 (von 10) bezeichnet der Dienst die Aktivität als niedrig (low). Doch davon sollte man sich nicht beirren lassen, denn bereits diese kann wunderschön sein. Wenn man auch Landschaft/Vordergrundobjekte mitfotografieren möchte ist eine schwächere Aurora sogar von Vorteil. Ein Stativ ist hierfür neben weiterer Ausrüstung essentiell. Ab etwa Stufe 3 (moderate) wird es dann richtig beeindruckend. Wir lernen bald, dass für uns jede Nacht und Stufe etwas zu bieten hat. Schlaf ade!

Die Gletscherlagune Jökulsárlón produziert einen stetigen Nachschub an Gletschereis vom größten Gletscher Europas, dem Vatnajökull. Durch Gezeiteneffekte gelangen diese ins Meer, wo sie am anliegenden Black Sand Beach wunderschöne Fotomotive abgeben und symbolisch für den rauen Charakter der Landschaft stehen.

Rahmenbedingungen für perfekte Polarlichtfotos:

  1. Auswahl einer passenden Lokation. Am besten man scoutet am Tag mehrere Orte aus, mit verschiedenen Expositionen und für verschiedene Himmelsrichtungen und Wetterlagen.
  2. Die Wahrscheinlichtkeit für (starke) Polarlichtaktivität ist höher bei hoher Sonnenaktivität und vor allem bei einer CME. Jedoch stand ich auch schon nach einer CME im Dunkeln, während bei niedriger Aktivität wunderschöne Polarlichter zu sehen waren. Und schlechtes Wetter kann sich schnell ändern. Also grundsätzlich gilt: Immer raus!
  3. Man verfolgt am Tag/Abend davor nun die Wettervorhersage (Wolken!) sowie die Polarlichtaktivität. Hier bietet sich neben der bekannten Seite vedur.is , Spaceweather sowie dem NOAA vor allem auch das Magnetic Observatory und die zusammenfassende Privatseite Agust.net an.
Die Einsamkeit der Landschaft kann man an vielen Orten Islands wunderbar in Szene setzen. Am ehesten gelingt dies vielleicht hier im Nordosten, an einem abgelegen Abschnitt der Ringstraße, wo wir diesen Holzstuhl fernab jeglicher Zivilisation vorfanden.

Nach Einbruch der Nacht verlassen wir unsere Unterkunft und stellen uns kurz nach dem Ortsrand auf. Dunkelgraue Schleier halten wir für Wolken und die Enttäuschung ist mindestens so groß wie die Hoffnung. Doch dass diese vermeintlichen Wolken uns in wenigen Minuten unglaubliche Erlebnisse bescheren werden ahnen wir noch nicht. Erst als wir ein Testbild mit der Kamera machen hört es sich einige Minuten lang so an, als ob ein ganzer Kindergarten Weihnachten feiert. „Wooow“ – „Unglaublich“ – „Yipee“ … Das reine Glücksgefühl durchströmt uns, und wir sind voll und ganz im Moment. Eine schwache Aurora sieht eben aus wie Wolken, und erst die Langzeitbelichtung macht sie sichtbar in ihrer ganzen Pracht.

Die Kombination mit Vordergrundobjekten, wie hier dem Kirkjufell bei Grundarfjördur, setzt das Polarlicht wunderschön in Szene.

Eine gute Dunkeladaption des Auges dauert etwa eine halbe Stunde, kann aber durch helles Licht in Sekunden wieder zerstört sein. Frust also bei jedem vorbeifahrenden Auto. Wir wählen auch aufgrund der Kulisse unsere Standorte tagsüber aus, nur um nachts alle unsere Pläne über Bord zu werfen, denn das Wetter muss mitspielen und ist äußerst wechselhaft. In den Folgenächten machen wir daher oft Jagd auf Wolkenlöcher. Langweilig wird uns nie, nur hundemüde sind wir, denn tagsüber gibt es auch sehr viel Beeindruckendes zu entdecken. Hier findet praktisch jeder Naturfotograf die absolute Erfüllung, egal ob Fauna, Flora oder Landschaft.

Gletscherlagunen bieten einmalige Lichtstimmungen. Bisher ist es mir noch nicht gelungen, hier eine Aurora zu fotografieren. Es wäre allerdings durch die Spiegelung im Wasser ein wunderbarer Spot dafür.

Am letzten Abend kündigt sich eine Aurora höherer Stufe an. Voller Vorfreude gestehen wir uns ein: Müssen wir sehen! Und schlafen können wir ja noch im Flugzeug. Als wir enttäuscht unseren Mietwagen nach einer bewölkten, ersten Nachthälfte noch kurz vor Schließung wollen, ergießt sich über uns innerhalb von Sekunden eine unglaubliche Farbenpracht, und einmal mehr werden wir zu staunenden Kindern, die mit Begeisterung das Wunder der Natur erblicken. Zum letzten Mal kramen wir unsere Fotoausrüstung raus und bauen auf. Die freundliche Mitarbeiterin der lokalen Mietwagenfirma folgt unseren Blicken: „Ah, of course, the Aurora!“ und der Anblick zaubert auch nach Mitternacht ein wissendes Lächeln auf ihr Gesicht. Ob es die Aurora oder die naive Unschuld des Moments war darf gerne ihr Geheimnis bleiben. Island, wir haben unsere Herzen an Dich verloren. Und wir kommen wieder …!

Oft sind die Bedingungen nicht optimal und das Polarlicht ist von Wolken verdeckt. Dennoch gelang mir dieses weitläufige Panoramafoto von der wohl hellsten von mir bisher beobachteten, sehr weit ausgedehnten Aurora, die sogar Teile der Wolkendecke durchleuchtete und in voller Farbenpracht auch visuell erkennbar war.
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Making Of: Der Blutmond über Trier

“Blutmond” / “Bloody Mary” vom 21.1.2019: Totale Sonnenfinsternis an der Mariensäule in Trier.
Dieses Foto wurde am ersten Standort gemacht mit ca. 200mm Brennweite (s.u.).

Fotos wie diese sind das Ergebnis filigraner Vorbereitung und es muss einiges passen, das solche Fotos zustande kommen. Und damit meine ich nicht nur das Wetter 🙂 Die Blutmond-Serie erhielt sehr viel Resonanz im Netz und diverse Printmedien, und es erreichte mich sehr viel positives Feedback, zahlreiche Fragen und sehr selten auch die Kritik, dass so etwas nur mit Photoshop möglich sei. Hier möchte ich einen kleinen Einblick “hinter die Kulissen” geben, wie man so etwas angeht. Nicht wegen der Kritiker, sondern für die Interessierten zum Mit- und Nachmachen. Viel Spaß, und vor allem Geduld beim Lesen, ich hoffe es lohnt sich für Euch …

*** sorry to all international readers, there is no English version available at the moment … I will try and post a short English translation of this text at a later time ***

Alle Fotos kann man von mir als Druck beziehen gegen eine Aufwandentschädigung. Ich drucke hochwertig mit originaler Canon-Chroma-Tinte auf gutem Fotopapier oder FineArt Papier von A4 bis A2 (Preise ca. 20-50 Euro je nach Größe, Papier …). Am Ende dieses Artikels stelle ich die Fotos zusätzlich unter der Creative Commons Lizenz CC BY-NC-SA 4.0 zur Verfügung (freie, nichtkommerzielle Nutzung und Weitergabe unter den gleichen Lizenzbedingungen bei adäquater Namensnennung, gerne auch mit Link). Für kommerzielle Nutzung bitte direkt bei mir anfragen.

Das klassische Foto eines total verfinsterten Mondes. Durch den niedrig stehenden Mond bot sich jedoch auch die Möglichkeit den Mond mit einem Vordergrundobjekt abzubilden. Dies wären einmalige Fotos, die man nur zu diesem Zeitpunkt so anfertigen könnte, und würden eine ganz besondere Stimmung vermitteln. Das passende Objekt musste gefunden werden!

Fangen wir mit dem einfachen Teil an: Dieser Mond im Perigäum ist 14% größer, und die niedrige Position über dem Horizont ermöglicht Fotos mit Vordergrundobjekten. Außerdem wird es die letzte lokal sichtbare, totale Mondfinsternis auf viele Jahre sein. Viele Gründe, um diese Finsternis auf besondere Art zu fotografieren.

Also begannen mein Mitstreiter Marc (der übrigens auch eine sehr schöne Fotoseite betreibt) und ich mit der Planung. Totalität von 5:41 bis 6:43 Lokalzeit. Der Mond bewegt sich hierbei von 274° Azimuth bei 22° Elevation bis 285° Azimuth und 13° Elevation. Einfach gesagt: Ein solches Objekt sollte auf einem Hügel im Westen stehen, um nahe genug beim Mond zu sein für ein Gruppenfoto.

Allerdings muß dieses Objekt zahlreiche, weitere Bedingungen erfüllen. Es muß auch interessant und erreichbar sein von einem Ort, an dem man sich leicht bewegen kann um die Position präzise einzunehmen. Und es muß die richtige Größe und Distanz haben sowie ein passendes Beleuchtungsniveau für die Komposition mit einem komplett verfinsterten Mond.

Standort 1: Kurz nach Beginn der Totalität. Abstand zur Säule gut 400m, Mond und Säule auf Azimut 278°, Elevation Säule 21° Mond 23°. Es stellte sich heraus, dass der Mond unerwartet leicht unterhalb der Säule stand, wohl aufgrund falscher Geodaten (ein paar Meter machen hier bereits den Unterschied aus), aber glücklicherweise war er dennoch sichtbar und die Situation ergab eine schöne Variation. Hier kamen durch die geringere Distanz überwiegend die kürzeren Telebrennweiten mit näherem Beginn des Schärfebereichs zum Einsatz.

“Interessant” war die Mariensäule dabei von Anfang an. Nicht nur aufgrund ihrer Größe und Position, sondern auch aufgrund des Bezugs zum Thema Blutmond durch die u.a. von Dan Brown und in der Region auch in der Szene recht bekannten Geheimbund-Geocaches verarbeiteten Gerüchte zur Blutlinie Jesu. Ein wunderbarer, verborgener Kontext, der sich nicht jedem direkt erschließen wird, aber spätestens jetzt nach diesem Text wird so manchem ein weiteres Licht aufgehen, nicht wahr?! Und danach würde auch Trier eine echte “Bloody Mary” haben, um auch dieses Wortspiel nicht auszulassen …

Mond “groß machen”, kurz und knapp erklärt:

(1) Die “tatsächliche, visuell erzielbare” Mondgröße auf dem Bild ergibt sich aus der Brennweite (möglichst lang), der verwendeten Auflösung (möglichst hoch), der Sensorgröße (möglichst klein), sowie der visuellen Größe des Mondes am Himmel (möglichst erdnah).

(2) Die “relative” Mondgröße ergibt sich aus dem Verhältnis von Vordergrundobjekt und Hintergrundobjekt. Hierüber läßt sich ein zusätzlicher Effekt der Größenwirkung erzielen.

Zusätzlich beachte man alle Randbedingungen, um Unschärfen (Mondbewegung, Hyperfokaldistanz, Stativ) und Bildrauschen (ISO, Pixelgröße) zu vermeiden, wie hier im Detail erklärt. Diese setzen je nach verwendeter Ausrüstung klare Grenzen in Belichtungszeiten und Objektabständen.

Marc machte sich dabei im Vorfeld als Guide nützlich, indem er nachdem die Vorentscheidung für die Säule gefallen war erst mal die möglichen Standorte und Bewegungsmöglichkeiten vor Ort auskundschaftete und analysierte, von wo aus man diese überhaupt gut sehen kann.

Das Ende der Totalität: Dieses Foto wurde vom zweiten Standort aus gemacht. Der Bereich, von dem man Mond und Säule gemeinsam abbilden konnte, wanderte langsam über die Mosel, daher bewegten wir uns bald von der Westseite auf die Ostseite. Dort stand der Mond dann wieder relativ zur Säule höher am Himmel, durch den flacheren Beobachtungswinkel.

Doch wir mussten weitere Parameter berechnen, um eine Entscheidung zu fällen. Der Mond ist 0.5° groß mit einer Helligkeit von -2mag und daher knapp am Autofokuslimit. Die Größe eines Objektes auf dem Sensor hängt vor allem ab von der Brennweite, also mag man denken, dass man möglichst hohe Brennweiten nutzen sollte: Selbst ein 500mm an Vollformat würde noch ein 4° Feld bieten (also etwa 8 Monddurchmesser). Aber lange Brennweiten haben Nachteile: Sie reagieren empfindlicher auf Vibrationen und benötigen daher ein stabiles Stativ für kurze Belichtungszeiten. Die Einstiegsblende ist höher, was längere Belichtungszeiten erfordert. Und auch die Eigenbewegung wird vergrößert und darf nicht unterschätzt werden: Mit einem 500mm Objektiv sollte 1s nicht überschritten werden, sonst führt die relative Mondbewegung zu Bewegungsunschärfe, besser/sicherer wäre die Hälfte. Ich werde also eine gute Blende/ISO Kombination finden müssen, um gut unter eine Sekunde zu kommen. Mit hohen ISO-Werten ließe sich die Belichtungszeit auf Kosten von Bildrauschen verkürzen. Machbar, aber nur in Grenzen, und an meiner 50MP-Kamera, die ich für hochauflösende Landschaftsaufnahmen gerne nutze, sollten aufgrund der kleinen, rauschanfälligeren Pixel etwa 800 ISO nicht überschritten werden.

Nächstes Problem: Beide Objekte sollten zumindest auf manchen Fotos scharf sein. Der Bereich der Schärfentiefe muss also sowohl Mond wie auch das Objekt umfassen. Aber ein Tele hat einen weit entfernten Hyperfokalpunkt, speziell bei offenen Blendenwerten, welche man für kurze Belichtungen braucht. Lange Brennweiten schränken also die Objektwahl ein: Bei f/4 müßte ein 500mm auf ~2km fokussiert werden, um ein ~1km entferntes Objekt noch scharf abzubilden. Solch ein Objekt muß entsprechend groß sein, da die Objektgröße in die Komposition passen muß. Aus diesem Grund sind weitere Objekte bald aus unserer Vorplanung gefallen, die sonst eigentlich geeignet gewesen wären, aber es ergaben sich einfach keine guten Abstände/Größenverhältnisse.

Der zweite Standort am Moselufer war etwa 785m entfernt von der Säule. Hier die Situation kurz vor Ende der Totalität: Azimuth etwa 281° und Elevation Mond bei rund 15°, Säulenfuß etwa bei 11°. Diese Position erlaubte durch ihren hohen Abstand nun die Verwendung von der längsten, verfügbaren Brennweite von 500mm bei f/5.6.

Wir führten also weitere Berechnungen mit diesen Parametern durch, kombiniert mit lokalem Wissen, um eine Entscheidung zu treffen. Meine Hoffnung bestätigte sich: Die Mariensäule in Trier würde in einer günstigen Position stehen und wäre entsprechend groß, wenn man sie von der Mosel aus fotografiert. Allerdings würden bereits wenige Dutzend Meter Versatz bei der Ortswahl den Mond aus dem Bild bringen, also brauchte es einen detaillierten Plan, der auf der westlichen, näheren Moselseite mit kürzeren Brennweiten begann und auf der anderen Seite mit der längsten Brennweite endete. Der enge Bereich, in dem der Mond nah genug bei der Säule stünde bewegte sich über die Mosel. Wir nutzten Apps wie PlanIt und TPE sowie verschiedene Onlinerechner um Azimuth und Elevation sowie die relativen Sensorgrößen der Objekte abzugleichen. Die Statue war 785m weg und bei f/5.6 wäre die passende Hyperfokaldistanz bei etwa 1.5km, um beides scharf zu erhalten. Das wäre grenzwertig: Eine manuelle Fokussierung wäre fehlerbehaftet, da es keine passenden Fokusobjekte gäbe. Sicher wäre erst f/11, wo der Unendlichkeitsfokus auch die Statue im Schärfentiefefeld beinhaltet. Also entschied ich mich mit verschiedenen Blenden und ISO-Kombinationen zwischen f/4 und f/11 vor Ort manuell auszuprobieren. Am Ende sind die veröffentlichten Fotos alle mit Blenden zwischen f/5.6 – f/8, Belichtungszeiten um etwa eine halbe Sekunde und bei ISO-Werten um 800 entstanden, und die Rechnung ging wie man sehen kann gut auf. Bei den Fotos anderer Blendenstufen waren wie erwartet zu viele (wenn auch teilweise nur sehr kleine) Unschärfen vorhanden. Hier ist mir der Hinweis wichtig, die Reihen sicherheitshalber einfach stur durchzufotografieren, denn auf dem Display vor Ort lassen sich solche Minimalunschärfen meist nicht erkennen. So habe ich von jeder Situation auch kurzbelichtete f/4-Fotos, welche meist leichte Probleme mit dem Schärfefeld aufweisen, und langbelichtete f/11 Fotos, die leicht bewegungsunscharf sind, was jeweils vor Ort so nicht erkennbar war.

Während der Totalität konnte man den Blutmond direkt hinter der Säule positionieren. Hierfür musste man sich in einem kleinen Bereich am Moselufer befinden. Aufgenommen am zweiten Standort mit der höchsten Brennweite von 500mm. Selbst kleinste Positionsänderungen bewirkten ein deutliches Auswandern des Mondes hinter der Säule. Aufgrund der relativen Bewegung des Mondes (0,25° pro Minute) blieb bei dieser Brennweite nur ein kurzes Fenster für Fotos, in denen die Säule den Mond bedeckt: Der Mond wandert somit in wenigen Minuten einmal komplett hinter der Säule vorbei.

Wenige Tage zuvor verbesserte sich der Wetterbericht, also führten wir die Planung zu Ende und standen um halb 5 auf, um gegen 5h morgens vor Ort zu sein. Es war mit -8°C recht kalt und fies, vor allem auch für die Ausrüstung, aber umso besser für scharfe Fotos. Wir konnten von beiden Stellen aus fotografieren und dank der langen Totalitätsphase sowie chaotisch-akribischen Vorbereitung waren auch alle Wunschfotos sicher im Kasten. “Glück” benötigt eben doch harte Arbeit, erwiesenermaßen. 🙂 

Da Du es bis hierher geschafft hast möchte ich mich nochmal für Dein Interesse bedanken. Ich freue mich auf Deine Kommentare/Fragen, hier oder auf Facebook. 

Hier im Anschluß findest Du noch weitere Informationen zur Fotografie des Nachthimmels sowie die ebenfalls sehr gut gelungenen Fotos vom Blutmond in Saarburg 2018.

Denn bereits im letzten Jahr hatten wir schon in Saarburg den Blutmond fotografiert, mit ähnlicher Planung. Damals waren die Bedingungen nicht ganz optimal, da der Abstand zur Burg nicht verlängert werden konnte, aber dennoch gelangen ein paar schöne Fotos mit niedrigen bis mittleren Brennweiten bis in den Telebereich bei etwa 200mm:

27.7.2018: Blutmond und Mars in Opposition, in einer Linie mit der Saarburg. Diese Konstellation dürfte noch seltener sein als der Blutmond hinter der Mariensäule und bot einen wundervollen Anblick vom Weinberg aus, der in dieser Form nur mit einer niedrigeren Brennweite für einen weiten Bildwinkel festgehalten werden konnte. Auch dieses Foto war in akribischer Kleinarbeit so vorausgeplant.

Für Mondfinsternisse gelten auch ein paar grundsätzliche Regeln, die man bei (fast) allen nächtlichen Langzeitbelichtungen mit Himmelsobjekten beachten sollte. Dazu gehört die Berücksichtigung der Relativbewegung (bedingt durch die Erdrotation), die abhängig von der Brennweite nur kurze Belichtungszeiten von einem festen Stativ ohne Nachführung erlaubt (Ausnahmen sind z.B. Strichspurfotos, bei denen man sich gezielt diesen Effekt zunutze macht).

Partiell verfinsterter Mond mit Korona und einem Regenbogeneffekt (Irisierung) in den Wolken, der durch Lichtbeugung in den Wassertropfen entsteht. Weißes, vom Mond reflektierte Sonnenlicht wird unterschiedlich stark abgelenkt und führt zu Farbeffekten.

Außerdem sollte man manuell fokussieren. Das gelingt am Besten, in dem man einen weitestmöglichen Lichtpunkt (heller Stern, sehr weit entfernte Straßenlaterne …) im Live View vergrößert und manuell am Objektiv die Schärfe einstellt. Danach sollte die Schärfe immer wieder kurz überprüft werden und natürlich die Schärfeeinstellung nicht berührt werden.

Blutmond über der Saarburg am 27.7.2018.
Der Mars in Opposition ist rechts unterhalb des Mondes zu erkennen als kleiner Lichtpunkt. Auch damals arbeiteten wir an zwei Standorten, zuerst an diesem hier für Telebrennweiten, später dann für die Gesamtkonstellation (Foto weiter oben) an einem anderen Standort.

Bildrauschen ist immer ein Thema, also sollte man die ISO niedrig halten, und auch den Live-View nach dem manuellen Fokussieren wieder deaktivieren, da sonst die Kamera schneller erhitzt. Um Vibrationen durch Spiegelschlag auszuschließen sollte die Kamera auf eine Spiegelvorauslösung programmiert werden, sonst kann es Verwacklungsspuren geben. Ebenso ist zu empfehlen mindestens 2s Auslöseverzögerung einzustellen und/oder einen Fernauslöser zu verwenden, um Restvibrationen auszuschließen.

Dämmerung und Mondfinsternis fielen zusammen mit dem Mondaufgang und verflachten die Lichtkontraste. Dafür gab es erst mal keine Probleme mit Bildrauschen oder Unschärfe, da die ISO gering und die Belichtungszeiten noch relativ kurz gehalten werden konnten.

Hier erhälst Du alle Fotos zum Download.

Fotos der Mondfinsternisse in Trier am 21.1.2019 und Saarburg am 27.7.2018 von Boris Ruth.

Die Fotos werden von mir als Urheber für nichtkommerzielle Nutzung kostenlos unter der Lizenz CC BY-NC-SA 4.0 zur Verfügung gestellt mit der Bedingung der Namensnennung (gerne auch mit Link auf diese Seite oder meine Facebookseite). Außerdem kannst Du bei mir direkt auch Fotodrucke bestellen. Ich kann Dir verschiedene Varianten zu fairen Preisen anbieten.

Du stimmst mit dem Download den Lizenzbestimmungen zu!


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Korea 2018

 

Welch ein Trip! Nach einer Erst-Sichtung der über 7000 mitgebrachten Fotos und damit verbundenen Erinnerungen und Emotionen gefällt mir Korea gleich nochmal so gut. Wir hatten leider nicht allzu viel Glück mit den Bedingungen. Aber der Reihe nach …

Zuerst akklimatisierten wir uns ein paar Tage in Seoul. Von hier aus erkundeten wir auch den Bukhansan NP, der meistbesuchte Nationalpark weltweit, zur Überschreitung des Baegundae Mountain. Die Busreise dorthin ist ein kleines Abenteuer, während der wir unsere rudimentären Kenntnisse in der koreanischen Hangeul-Schrift verfeinerten. Das geht tatsächlich recht schnell und einfach, wenn man die Prinzipien dahinter verstanden hat, so dass man zumindest an der richtigen Haltestelle aussteigt. Ok, alle anderen mit Rucksack sind da auch raus …

Überall ist schnelles Internet kostenlos per WLAN verfügbar. Schnell heißt hier wirklich schnell, das Land führt mit durchschnittlichen Datenraten von 28.6 MBit/s die weltweite Liste an, wie auch den ICT Development Index (Stand 2017). 1 GBit/s (1.000 MBit/s) sind hier für etwa 20$ monatlich zu haben. Zum Vergleich: Die EU möchte in der nun überarbeiteten Digitalen Agenda 2025 zumindest mal 100 MBit/s für alle Haushalte erzielen, das schnellste EU Land Schweden liegt allerdings erst bei 22.5 MBit/s. Deutschland ist weit abgeschlagen mit nur 11.5 MBit/s.

Die nächsten Tage waren geprägt von heftigen Regenschauern und Gewittern, sowohl in Seoul wie dann auch auf der Vulkaninsel Jeju im Gelben Meer. Teilweise waren diese so heftig, dass es nicht einmal mehr möglich war zu sight-joggen, und die geplante Hallasan-Besteigung haben wir erst gar nicht mehr versucht. Die “Red Zone” des in unsere Richtung ziehenden Taifuns hat uns jedoch äußerst knapp verfehlt und ist stattdessen nach Japan abgedreht, wo er über 140 Todesopfer und zahlreiche Schäden verursacht hat. Wir hatten viel Glück.

Jeju ist auch die Insel der Elektromobilität. 2013 gab es gerade mal 160 reine Elektroautos auf der Insel, bei gut 640.000 Einwohnern. In 2017 lag die Zahl bereits bei über 15.000 und es vergeht keine Minute, in der man nicht ein Elektroauto sieht. Es gibt zahlreiche Ladestationen aller Couleur, und ein einschlägig bekanntes, chinesisches Unternehmen hat eine Elektrobusflotte aufgebaut. Die Inselverwaltung fördert die nachhaltige Mobilität seit Jahren massiv.

Unsere letzten Tage auf Jeju waren dann wettertechnisch etwas besser, und wir konnten zumindest noch ein paar wenige goldene und blaue Stunden nutzen, um stimmungsvolle Fotos einmalig schöner Landschaften einzufangen. Hierbei haben wir einige so noch nicht gesehene Perspektiven und Stimmungen gefunden und festgehalten, wie zum Beispiel die kleine Lentikulariswolke am Südstrand von Jeju hinter einer bizarren, vulkanischen Felsformation, die wir für uns “Hundefelsen” getauft haben.

Tradition und Moderne existieren in Korea nah nebeneinander, was sich nicht nur in den schnell wachsenden Baustrukturen zeigt, sondern auch in zahlreichen weiteren Aspekten täglichen Lebens. Hölzerne Strommasten, die als chaotische Straßenverteilung archaisch wirken im IT-Land #1. Das Anmieten traditioneller Kleidung zum Tempelbesuch. Internationale Küche direkt neben klassisch koreanischer Kost, und natürlich die wilde Kombination davon. Nur um mal ein paar Beispiele zu nennen.

Gerade als Deutscher darf auch die Teilung des Landes nicht unerwähnt bleiben. Eine Tour in die Grenzzone war vorgesehen, aber die Touren sind aufgrund der aktuellen, politischen Situation momentan ausgesetzt. Vermutlich sind wir in diesem Aspekt den Koreanern näher als jedem anderen Volk, das noch immer unter der Trennung leidet. Hinweise darauf findet man nur bei genauerem Hinsehen, wie zum Beispiel im Ausbau der modernsten Metro der Welt in Seoul als Schutzbunker mit ABC-Schutzausrüstungen. Man hat sich arrangiert mit der nahen Bedrohung aus dem Norden.

Noch problematisch ist teilweise die Verständigung. Englisch ist auch in den von uns besuchten Ballungszentren nicht gerade an der Tagesordnung und selbst das Hotelpersonal spricht dies oft nicht gut. Dem Erlernen der Sprache stellt sich schnell die fremde Schrift entgegen, und natürlich dass es praktisch keine Gemeinsamkeiten mit europäischen Sprachen gibt. Das Erlernen der Schrift ist einfach und hilfreich, um zumindest Orte auf Schildern identifizieren zu können, wobei dies jedoch meist nicht notwendig ist. Erschwerend kommt hinzu, das Navis nicht funktionieren (Google Maps z.B. routet nicht), und die Eingabe über Englisch nicht möglich oder in mehreren Varianten möglich ist. Tipp: Telefonnummern funktionieren beim Navi zumindest in unserem Mietwagen auch!

Hier ist nun also eine Foto-Erstauswahl. Dieser Post ist als ein lebender Blogeintrag anzusehen. Wir starten mit gut einem Dutzend Fotos. Nach und nach werden weitere hinzukommen. Wer also Interesse gefunden hat sollte ab und zu mal wieder reinschauen.

Alle Fotografien wurden in Seoul, Incheon und auf Jeju im Juni/Juli 2018 angefertigt und unterliegen dem Copyright. Anfragen zur Nutzung gerne über die auf dieser Seite angegebenen Kontakte.

 

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Saar-Mosel Naturkalender 2018

Hier möchte ich Euch eine kleine Bildauswahl meines Saar-Mosel Naturkalenders 2018 vorstellen. Ich möchte damit die Schönheit unserer regionalen Natur vermitteln und Interesse für eigene Erkundungen wecken. Hier gebe ich Euch ein paar Beispiele, mit welcher Motivation ein paar der Bilder entstanden sind.

Tuffquellen im Tal der Schwarzen Ernz

Im Januar gab es eine längere Kälteperiode. Optimal für gefrorene Wasserfälle im Müllerthal. Naja, bis die “großen” Wasserfälle zufrieren braucht es noch einiges mehr. Aber es gibt da so eine kleine, etwas unscheinbarere Quelle am Wegesrand, wo im Sommer das Wasser in Tropfen herunterrieselt. Viele fahren oder laufen hier nur schnell dran vorbei auf dem Weg zum nahegelegenen Schiessentümpel. Und wie man auf dem Foto sieht hatte ich Glück und konnte die beeindruckende Eisformation ablichten.

 

Blässhuhn beim Gründeln

Über den Frühling und Sommer gibt es viele Möglichkeiten bei uns, diverse einheimische Wasservögel zu fotografieren, und diese sind immer ein wichtiger Bestandteil meiner Aktivität. Bei Besuchen an meinen “Hot Spots” sehe und erlebe ich immer wieder Überraschungen. Blässhühner sind bei uns sehr häufig und vor allem in der Balzzeit interessant, da sie sich gerne mal jagen und dabei spektakulär übers Wasser laufen (vielleicht was für den nächsten Kalender?!). Auf diesem Foto war mir jedoch wichtig, einen Farbkontrast zum eigentlich langweiligen, schwarzen Gefieder herzustellen. Dies gelang in einem teilweise eutrophierten Tümpel am Besten, wie man am Ergebnis sehen kann.

 

Winterstimmung an der Oberbilliger Kapelle

Dies ist eine Fotografie aus dem Vorjahreskalender, die jedoch eine wunderschöne Winterstimmung ausdrückt, wie man sie oft hier in der Region erleben kann. Die Winterlandschaft tut ihr übriges dazu in Form eines interessanten kalt/warm-Kontrasts. Das Foto wurde aufgenommen an der Kapelle Oberbillig in Richtung Luxemburg. Vorher musste ich noch diversen Müll von der Wiese räumen. Leider entsorgen hier immer wieder irgendwelche … ihren Kram.

Ich habe nur noch eine sehr begrenzte Restanzahl dieser Kalender verfügbar, die vermutlich in den nächsten Tagen komplett vergriffen sein dürfte. Eventuell erhalte ich von regionalen Auslagen noch Exemplare zurück, es könnte sich also lohnen dann nochmal nachzufragen.

 

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